Geschichte

Die Wallfahrtskirche St. Iddaburg befindet sich dort, wo im

Mittelalter die alte Toggenburg, die Stammburg der Grafen von

Toggenburg stand. Hier lebte um die Mitte des 12. Jahrhunderts

die aus dem weiteren Kreis der Habsburger stammende Idda,

Gemahlin Diethelm des IV. von Toggenburg. Nach den

historischen Quellen war sie später, als Witwe, Inklusin beim

Kloster Fischingen. Ihr Grab befindet sich dort vor dem Nikolaus-

Altar in der Seitenkapelle der Klosterkirche. Die Verehrung der

hl. Idda ist ab dem 15. Jahrhundert erwiesen, verschiedene

Indizien legen aber die Vermutung nahe, dass ihr Grab schon

früher in Ehren gehalten wurde und als wundertätig galt.

    

 

Die Legende erzählt, dass ein Rabe Iddas kostbaren Hochzeitsring wegtrug, dieser von einem Jäger gefunden und an den Finger gesteckt wurde. Ein anderer Knecht erkannte ihn als den Ring der Gräfin und verdächtigte darauf beim Grafen den Jäger des Ehebruchs mit der Gräfin. Im Jähzorn liess der Graf den Jäger zu Tode schleifen und die unschuldige Idda stürzte er über die Burgzinne in die tiefe Schlucht. Mit Gottes Hilfe überstand sie den Absturz unversehrt, entschloss sich, ihr Leben allein Gott zu widmen und lebte als Einsiedlerin in einer Höhle. Auch als der Graf die Totgeglaubte entdeckte, wollte sie nicht von ihrem einsamen Leben mit Gott abweichen, worauf ihr der Graf eine Klause bauen liess. Auf dem nächtlichen Weg nach Fischingen zum Gottesdienst begleitete sie ein Hirsch, der auf seinem Geweih zwölf Lichter trug. Später lebte sie als Reklusin beim Kloster Fischingen und ihr heiliges Leben wurde vielen bekannt.

Der Burghügel erhielt von der Bevölkerung schon lange, bevor hier die erste Kapelle stand, den Namen Iddaberg, denn auch mit diesem Ort ist das Andenken an die hl. Idda besonders verbunden. 1860 wurde eine Wallfahrtskapelle mit Priesterwohnung und Pilgerhaus gebaut, 1934 konnte die neue Kirche mit dem Pfarrhaus und dem erweiterten Gasthaus ihrer Bestimmung übergeben werden.

Video über die Heilige Idda vom Toggenburg

(Ihr Reiseführer Joseph Bernhard Heule, ehemaliger Wallfahrtspriester)